KITOZOOM LED-U Bodenleuchtplatte für diffuse Durchleuchtung: Wenn transparente Kunststoffteile, dünne biologische Schnitte und gemusterte PCB-Pads von UNTEN statt von oben beleuchtet werden müssen, damit die Struktur sichtbar wird

Veröffentlicht am 15. Juli 2026 um 17:58 Uhr

Mikroskopbeleuchtung lässt sich grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: AUFLICHT (episkopisch – das Licht fällt von oben auf die Probe und wird zum Sensor zurückreflektiert) und DURCHLICHT (transmittiert – das Licht scheint von unten durch die Probe hindurch). Die Wahl zwischen beiden entscheidet darüber, ob sich eine bestimmte Probe überhaupt korrekt darstellen lässt.

Auflicht (Standard-Mikroskopbeleuchtung)

Standardmikroskope verwenden Ring-LEDs rund um das Objektiv. Das Licht fällt auf die Oberseite der Probe und wird zum Kamerasensor zurückreflektiert.

Eignet sich hervorragend für:

  • Metalloberflächen (Aluminium, Stahl, Kupfer).
  • Keramik und Glas in dicken Formaten.
  • Hautkulturen und biologische Gewebeblöcke.
  • Kunststoffteile in undurchsichtiger Farbe.
  • Leiterplattenoberseiten (PCB) mit Lötstellen und Bauteilen.

Eignet sich schlecht oder gar nicht für TRANSPARENTE Proben:

  • Das Licht wird NUR von der Oberfläche reflektiert – innere Strukturen sind nicht sichtbar.
  • Reflexionen von der oberen Glasfläche können den Sensor blenden.
  • Unterschiede in der inneren Struktur (Zellen, Fasern, Defekte) bleiben unsichtbar.

Durchlicht (transmittierte Beleuchtung)

Die LED-U ist eine LED-betriebene Leuchtplatte, die UNTER der Probe platziert wird. Das Licht scheint von unten durch die Probe, wird von inneren Strukturen absorbiert oder gestreut, und das, was hindurchtritt, erreicht den Kamerasensor von oben.

Eignet sich hervorragend für:

Biologische Schnitte: Histologische Präparate auf Objektträgern (ca. 5–10 μm dick), Ölimmersionsmikroskopie von Hefe- und Bakterienkolonien, Blutausstriche.

Dünne Kunststofffolien: Verpackungsmaterial, dünne Elektroniksubstrate, Lagen von Folienkondensatoren. Innere Defekte (Blasen, Fehlstellen, Einschlüsse) sind deutlich zu erkennen.

Glasfasern und Textilfasern: Einzelne Fasern, von unten beleuchtet, zeigen ihre Querschnittsform und äußere Struktur.

Geätztes Glas oder PCB-Pads: Metallmuster auf transparentem Substrat erscheinen als scharfe Silhouetten vor dem beleuchteten Hintergrund.

Mikrofluidikkanäle: Flüssigkeitsströme durch PDMS-Kanäle werden kontrastreich vor hellem Hintergrund sichtbar.

Dreidimensional durchscheinende Proben: Insektenflügel, transparente Larven, Plankton – innere Strukturen sind über die gesamte Tiefe sichtbar.

Diffuses vs. kollimiertes Licht

Es gibt zwei grundlegende Varianten der Durchlichtbeleuchtung:

Kollimiertes (paralleles) Licht: Alle Lichtstrahlen verlaufen parallel zueinander. Liefert MAXIMALEN KONTRAST für Silhouettenmessungen (z. B. Außendurchmesser eines transparenten Objekts). Wurde in einem früheren Artikel über den KITOZOOM PPL-B behandelt.

Diffuses Licht (LED-U): Das Licht kommt gleichzeitig aus allen Richtungen. Sorgt für eine GLEICHMÄSSIGERE AUSLEUCHTUNG, aber für weniger Kantenschärfe. Besser geeignet für die Darstellung innerer Strukturen, bei der der Kontrast nicht kritisch ist.

Die LED-U ist die DIFFUSE Variante – ideal für Anwendungen, bei denen die Visualisierung innerer Strukturen wichtiger ist als exakte Silhouettenmessungen.

70 mm Leuchtfläche

Die LED-U hat eine runde Leuchtfläche mit einem Durchmesser von 70 mm und einem Außendurchmesser von 95 mm. Dieses Format ist:

  • Groß genug für die meisten Objektträger (Standard 76 × 26 mm).
  • Passend für Petrischalen im 100-mm-Format.
  • Kompatibel mit den meisten Stereomikroskopstativen.
  • Standardgröße für den Austausch mit anderem Kitozoom-Zubehör.

Für größere Proben (bis 200 mm Durchmesser) gibt es größere Varianten, allerdings mit geringerem Lichtstrom pro cm² aufgrund der größeren Streuung.

Integration in Kitozoom-Systeme

Die LED-U gehört bei den Video-Messmikroskopsystemen KITO 20, KITO 30 und KITO 40 zum Standardlieferumfang. Beim Kauf eines dieser Systeme muss die Durchlichtplatte NICHT separat bestellt werden.

Die LED-U kann auch separat bestellt werden als:

  • Ersatzteil, falls die Originalplatte beschädigt wird.
  • Ergänzung für Kitozoom-Systeme älterer Generationen ohne Durchlicht.
  • Universaladapter für andere Mikroskopstative (setzt voraus, dass das Stativ Platz für eine Platte mit 70–95 mm Durchmesser bietet).

Anwendungen

Zellbiologie und histologische Labore: Standardwerkzeug zur Visualisierung zellulärer Strukturen in dünnen Schnitten.

Insektenforschung und Entomologie: Insektenflügel, Beine und Mundwerkzeuge werden mit diffusem Durchlicht sichtbar gemacht.

Textil-QC: Einzelfasern, Gewebestrukturen, Garndrehungskorrelation.

Kunststoffindustrie: Qualitätskontrolle von dünnen Filmen und Folienstrukturen.

Elektronik-QC: Transparente PCB-Substrate mit Metallmustern.

Faseroptik: Inspektion von Faserquerschnitten.

Pharmazie: Tablettenbeleuchtung zur Bestätigung der inneren Mattigkeit sowie zur Erkennung von Tablettenrissen.

Kriminaltechnik: Haaranalyse, Faserübertragung, Untersuchung von Glasfragmenten.

Museums- und Kunstrestaurierung: Durchleuchtetes Manuskriptpapier, um frühere Beschriftungen oder sekundäre Schichten sichtbar zu machen.

Mineralogie: Dünnschliffe von Gestein zur Analyse der Kristallstruktur.

Spezifikationen

  • Modell: KITOZOOM LED-U Durchlichtplatte.
  • Leuchtfläche: rund, Ø 70 mm.
  • Außendurchmesser: Ø 95 mm.
  • Lichtart: diffuses weißes LED-Licht.
  • Stromversorgung: 12 V DC über mitgeliefertes Netzteil.
  • Integration: Standard bei KITO 20/30/40, Zubehör für andere Systeme.
  • Lichtsteuerung: Ein/Aus (einige Varianten mit Dimmer).

Das bekommen Sie für Ihr Geld

KITOZOOM LED-U Durchlichtplatte, runde Leuchtfläche von 70 mm mit 95 mm Außendurchmesser, diffuses weißes LED-Licht für transmittierte Beleuchtung, 12-V-DC-Netzteil im Lieferumfang, Standardzubehör für die Video-Messmikroskopsysteme KITO 20/30/40, funktioniert aber auch als universelle Durchlichtplatte für andere Mikroskopstative. 1 755 kr.

Standardzubehör für Zellbiologie, Histologie, Entomologie, Textil-QC, Kunststoffindustrie, Faseroptik, Pharmazie und andere Anwendungen, bei denen transparente oder halbtransparente Proben von UNTEN beleuchtet werden müssen. Der Mehrpreis gegenüber „ohne Durchlicht“ ist minimal, und für die Mikroskopie mit transparenten Proben ist Durchlicht oft ABSOLUT notwendig – Auflicht liefert schlicht keine Informationen über innere Strukturen.

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